Das Leben beinhaltet immer wieder Erfahrungen und Empfindungen, die unangenehm oder sogar schmerzhaft sind. Aber sie sind da und das einzige, was wir tun können, ist sie zu akzeptieren, so gut es geht – und uns möglichst gut um uns kümmern. Es ist zutiefst menschlich, die unangenehmen Bereiche des Lebens so schnell wie möglich loszuwerden. Das Problem ist: das geht oft nicht.
Das Leben ist immer wieder auch schwer
Wenn das Handy runterfällt und kaputt geht, dann ist es kaputt. Wenn der Kopf dröhnt, dann dröhnt er. Wenn das Essen im Restaurant falsch geliefert wurde, dann haben wir gegenwärtig nichts zu essen, während die anderen am Tisch schon genüsslich loslegen. Wenn wir am letzten Urlaubstag an morgen denken und wirklich keine Lust auf den erneuten Arbeitsbeginn haben, dann sind wir gerade schlecht gelaunt. So sehr wir uns auch bemühen, das Leben ist immer wieder auch schwer.
Das Wort „Akzeptanz“ hat seinen Reiz und vielfach sind wir uns bewusst, dass es helfen würde, wenn wir Dinge, die wir im Moment einfach nicht ändern können, akzeptieren könnten. Wissen allein reicht aber nicht, es ist einfach oft zu schwer, das Unangenehme anzunehmen. Hier ist ein Tipp, um sich eventuell etwas mehr in Richtung von Akzeptanz zu bewegen: „In diesem Moment ist es so.“ oder „So ist es jetzt gerade.“ Das klingt banal, aber diesen Satz laut oder auch nur mental auszusprechen und es auch so zu meinen, verändert etwas innerlich. Irgendwie erreicht diese Information das innere System: ich erkenne die Realität an. Dieser Satz verlangt auch nicht, dass wir etwas richtig oder annehmbar finden. Es bezeichnet einfach nur das, was gerade da ist. Als ob ich sagen würde: „Es ist 15 Uhr 32.“ oder „Der Ventilator bläst mir Luft ins Gesicht.“ oder „Heute ist Samstag.“
Wahre Akzeptanz: so ist es gerade
Genauso verhält es sich auch mit der Akzeptanz: Es bedeutet nicht, dass ich das, was ich gerade wahrnehme und empfinde, gut finde. Es bedeutet auch überhaupt nicht, dass ich die Empfindung nicht lieber weghaben würde. Und es bedeutet auch nicht, dass ich irgend etwas falsch gemacht habe. Akzeptanz ist zunächst lediglich: So ist es jetzt gerade. Ich vergeude keine Energie darauf, weder physisch noch mental, die mir unangenehme Realität zu verdrängen. All meine Energie geht dahin, den Umgang mit der Realität möglichst sinnvoll und selbstfürsorglich zu gestalten. Wie gehe ich mit dem, was mir gerade so unangenehm ist, jetzt um? Erst wenn ich mir erlaube, die gegenwärtige Situation als das anzuerkennen, was es ist, kann ich den nächsten Schritt mit klarem Kopf anzugehen.
In den vergangenen Wochen habe ich mit dem Titelsatz experimentiert und habe festgestellt, dass es wirklich helfen kann. Er kommt aus dem Englischen: „right now, it is like this“. Probiere es doch einmal aus, wenn du merkst, dass dein Kopf mit dem hadert, was gerade los ist. Schau mal, ob sich etwas leicht verändert und ob etwas, wenn auch nur leicht, innerlich weicher wird.



